Workshop für Dirigenten "Die Stilistik der böhmischen Blasmusik und des Swing"

Leitung: Michael Köhler
Samstag, 15. September 2007 

Strahlende Gesichter, Spaß bei der Sache, voller Einsatz

Wo gibt es das noch? Eine Insel der Zufriedenheit in einer Gesellschaft von oft negativen Anschauungen. Keiner meckert, keiner jammert, keiner stöhnt. Spaß bei der Sache, voller Einsatz. Da arbeitete ein Dirigent mit einem Orchester von jungen Menschen in einem Rahmen, in dem der Einzelne zählt. Der Ort dieses harmonischen Zusammenseins war der Proberaum des Musikvereins Germania Bürgstadt, am vergangenen Samstag. Dort organisierte der Musikverband Untermain einen Dirigentenworkshop. Wie der verantwortliche Verbandsdirigent Erich Rachor in seiner Begrüßung erklärte, werde bei diesem Treffen die Stilistik der böhmischen Blasmusik und des Swing vorgestellt. Des Weiteren werde den anwesenden Dirigenten Hinweise gegeben, wie sie präziser mit ihren Orchestern arbeiten können.

Michael Köhler, der Dozent des Workshops, studierte Klassik und Jazz in den USA. Bei seiner Vorstellung wünschte er sich, dass alle Teilnehmer freimütig ihre Fragen und Anliegen vorbringen sollten. Die Arbeit begann und Köhler nahm auf, was vom Orchester kam. Köhler war entschlussfreudig und bei ihm war immer alles klar. Zu Beginn waren die Notenlängen wichtig, "zusammen aufhören, ergibt eine gemeinsame Pause", meinte Köhler "in der viel Energie zu spüren ist." Er erklärte Punkte und Akzente über den Noten. Besprach wann und wie sie eingesetzt werden und stellte mit dem Orchester dar, welche Kraft durch gemeinsames Phrasieren entstehen kann. Köhler sagte wunderbare Sachen, er ist witzig und immer charmant, aber in der Sache unglaublich ernst. Die Frage an die Musiker "Was ist das wichtigste Werkzeug eines Musikers", beantwortete er gleich selber "der Bleistift!" Er verlangte vom Orchester, dass alle Musiker bevor das Stück beginnt eine Tempo und Klangvorstellung haben. "Ab dem ersten Ton muss Musik erklingen".

Immer wieder bezieht er die Dirigenten mit ein, er meint "die Dirigenten müssen die Musiker in die Probearbeit mit einbinden. Musiker können z. B. auch entscheiden, wie sie eine Phrase gestalten wollen. Durch die Einbeziehung wird die Probe lebendiger und die Konzentration der Musiker bleibt erhalten". Bei Interpretationen, die mehrere Lösungen beinhalteten, ließ er das Orchester alle Vorschläge der teilnehmenden Dirigenten spielen, um aufzuzeigen, dass mehrere Ergebnisse möglich sind. Gab es nur eine Lösung, arbeitete er mit dem Orchester einzelne Phrasen so lange bis das Orchester swingte.

Zum Schluss der Veranstaltung zeigte Köhler die Bereitschaft, auch Dirigenten vor Ort, bei ihren Proben zu besuchen. Seine Aussage "Dieser produktive Workshop darf nicht etwas Einmaliges bleiben" nahm Verbandsdirigent Rachor gerne auf. Er erklärte seine Vorstellung von einem umfassenden musikalischen Konzept des Verbandes, dass von Lehrgängen für Instrumentalanfänger über die D- und C-Kurse bis hin zur Weiterbildung für Dirigenten und Orchestern gehen müsse. Das Ziel sei es ein Gebäude Musikverband zu errichten, das vom Geist aller Mitglieder getragen wird und in dem alle Mitglieder sich gegenseitig unterstützen.

Mit diesen zukunftsweisenden Gedanken gingen lehrreiche, mit Musik gefüllte Stunden zu Ende. Die Teilnehmer erlebten ein Orchester, das nicht jammerte, Spaß bei der Sache hatte und voller Energie war, einer Energie, die den Musikverband Untermain in die Zukunft tragen wird.

veröffentlicht am: 15.09.2007

Zurück