Laudenbach/Kleinheubach. Eine bessere Werbung für die konzertante und sinfonische Blasmusik ist kaum Vorstellbar. Bei differenzierte Interpretation, ungebremste Spielfreude und hohem technischen Niveau, – eben Blasmusik vom allerfeinsten hat das Dreikönigskonzert des Blasorchester vom Musikverein „Harmonie“ aus Laudenbach mit dem sinfonischen Gastorchester vom Musikverein Edelweiß aus Sulzbach über 350 begeisterte Besucher im Kleinheubach Hofgartensaal gefunden.
Für das zweistündige Konzertprogramm hatten die Dirigenten Erich Rachor (Laudenbach) und Winfried Rehse (Sulzbach) für ihre Orchester Werke bekannter Komponisten ausgewählt. Dabei stellten zahlreiche junge Solisten aus der Talentschmiede beider Vereine, ihr Können mit herausragender Präzision unter Beweis. Mit dem Sulzbacher Ensemble präsentierte sich ein stattliches Gastorchester, das dem Anspruch eines sinfonischen Orchesters der Extraklasse voll gerecht werden konnte.
Hoffnungsvolles Jugendblasorchester
Kostproben von der soliden Jugendarbeit beim Musikverein Laudenbach gab es zunächst für die Zuhörer vom Nachwuchs des Jugendblasorchesters unter der Leitung des letztmalig den Taktstock schwingenden jungen Dirigenten Christian Gerling. Die 16 meist noch in Ausbildung befindlichen Jungmusiker konnten aber mit Stücken wie „One Moment in Time“ Arrangiert von Erich Rachor, dem „Can You Feel The Love Tonight“ einem Titel aus der 1994 geschriebenen Filmmusik König der Löwen, nach der Musik von Elton John ganz beachtliche Fortschritte an den Tag legen. Ihre Vielseitigkeit stellten sie mit der „Maruschka Polka“ von Erwin Zsaitsits und bekannten Melodien von Wolfgang Petry unter Beweis.
Sinfonisches Gastorchester aus Sulzbach empfahl sich
Das mit 50 meist jungen Musikern in allen Registern toll besetzte sinfonische Orchester aus Sulzbach, das mit zu den herausragenden Ensembles im nördlichen Landkreis gehört, verstand es exzellent das erste große veröffentlichte Werk des Posaunisten Wolfgang Heinrich „Präludium aus der Konzertsuite Nr. 1 in F“ umzusetzen. In die Zeit der Tiroler Bauernkriege des Andreas Hofer entführte das Ensemble die Zuhörer mit dem dreiteiligen Werk „Tirol 1809“ nach der Musik von Sepp Tanzer. Klang- und gefühlvoll setzte das Orchster mit präzisen Einsätzen im hohen und tiefen Blech den Aufstand der Bauern, den Kampf am Berg Isel und schließlich das Beten um einen guten Ausgang, vermischt mit der Trauer und dem Siegestaumel in der schönsten Tonsprache um. Eine echte Herausforderung für die Musiker war die von dem englischen Komponisten Derek Bourgeois für den eigenen Hochzeitsauszug geschriebene recht eigenwillige „Serenade“ beginnend im elfachtel Takt und sich steigernd bis hin zum dreizehnachtel Takt. Politik, Zerstörung und Eifersucht, aus der Zeit des kalten Krieges, spiegelten sich in den Highlights from „Chess“, arrangiert von Johan de Meij mit prächtigem Klarinettensolo (Maria Witrecht) und einem fulminanten Mittelteil wieder. Mit dem zünftigen Marsch aus der Filmmusik „Die glorreichen Sieben“ arrangiert von Wolfgang Heinrich, setzte das sinfonische Gastorchester einen weiteren mit viel Beifall bedachten musikalischen Farbtupfer unter den ersten Programmteil.
Garant für exzellente konzertante Blasorchester
Von ihrer gewohnt dynamischen Seite zeigten sich die 35 Laudenbacher Musiker und ihr Dirigent im zweiten Konzertteil mit dem schwungvollen „Rekruten Marsch“ als Reverenz an den legendären Ernst Mosch, aus der Feder von Frank Pleyer. Mit präzisem Lauf und den Klangfarben einzelner Register, führte das Orchester mit George Gershwins 1935 komponierter stimmungsvollen Oper „Porgy and Bess“ nach einem Arrangement von James Barnes die Zuhörer mit Melodien wie die bekannte Arie „Summertime“ den Swinghit „I got plenty o’nuttin“ oder der wunderbaren Ballade „Bess, you is my Woman“ in das afroamerikanische Leben der Südstaaten Amerikas.
Zum mitsummen oder auch mitschnipsen geeignet war ein Medley bekanntester Songs der Sängerin Nena aus den achtziger Jahren. Arrangiert von Peter Kleine Schaars ließ das Blasorchester mit gefühlvollen Trompetensolisten so bekannte Songs wie „99 Luftballons“, „Leuchtturm“ oder „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ wieder aufleben. „Don’t cry form e Argentina“ die von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice im Musical Evita erzählte Lebensgeschichte von Eva Peron wurde 1978 uraufgeführt und der Titel landete auf Platz eins der Hitparaden vieler Länder.
Von der Sängerin des Jazz Orchestra Erlenbach, Kerstin Olejak, wurde das Werk mit bezaubernd kristallklarer Stimme eindrucksvoll Interpretiert. Den Schlusspunkt eines begeisterten Konzertabends setzte das Orchester mit Giancario Gazzanis „Santana A Portrait“ einem Medley bekannter Stücke, wie der Ballade „Oye Como Va“ oder das vitale „Smooth“ bei dem sich besonders die Solistinnen Sabrina Habermann, Johanna Renz (Altsaxophon) und weitere Percussionssolisten auszeichnen konnten. Durch das Programm führten Markus Rehse (Sulzbach) und Heike Rachor (Laudenbach).
veröffentlicht am: 06.01.2009
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