Musikverein „Edelweiß“ Roßbach beim Deutschen Musikfest in Osnabrück 2019

 

Schon gleich nach der Teilnahme am Deutschen Musikfest in Chemnitz 2013 reifte bei den Roßbacher Edelweiß-Musikern der Entschluss, beim nächsten Deutschen Musikfest wieder dabei zu sein. Leider fiel der Termin in Osnabrück wieder genau auf das traditionelle Vatertagsgrillfest unseres Vereins. Auf die Teilnahme am Festival wollte man aber trotzdem nicht verzichten. Also wurde Freitagvormittag in Rekordzeit der Festplatz geräumt und pünktlich um 11:30 Uhr saßen 30 Roßbacher Musikanten mit Fanclub gut gelaunt bei Busfahrer Marco im Bus Richtung Niedersachsen.

 

Um ca. 18:30 Uhr kamen wir in Osnabrück an und checkten im Holiday-In-Hotel ein. Bei der Ankunft mussten wir wieder das Organisationstalent unserer Vorstandschaft bewundern: unser Hotel lag sehr zentral, zu den einzelnen Veranstaltungsorten hatten wir teilweise nur rund zehn Minuten Fußweg – stark! Zu einem gemeinsamen Abendessen trafen sich alle Teilnehmer im Restaurant. Hier gab es gutes Essen und der Weg zu den Veranstaltungen danach war auch nicht sehr weit – einmal um die Ecke und man war da! Nach dem Essen ging’s gleich raus in die Innenstadt. So bemerkten wir gleich, wie ideal Osnabrück als Ausrichterstadt ist: viele kleine Ecken für die zahlreichen Platzkonzerte der Teilnehmerkapellen, ein 360°-Konzert am Marktplatz, Konzerthallen mit Künstlern, wie dem Botschafter des Musikfestes Andreas Martin Hofmeir mit seinem Kabarett-Programm „Kein Aufwand“.

 

Am nächsten Tag trafen wir beim Frühstück den bekannten Jazztrompeter Till Brönner. Er war tags zuvor bei einem Konzert in einer Halle, die an unser Hotel angebaut war, aufgetreten. Da dort jeden Abend Konzerte stattfanden, trafen wir auch sonntags Jan Josef Liefers am Frühstücksbuffet. Der Vormittag war zur freien Verfügung gedacht, weswegen wir den Kapellen, die in der ganzen Stadt Platzkonzerte gaben, zuhörten. Die meisten Edelweiß-Musiker besuchten die Auftritte befreundeter Musikkapellen, wie den Musikverein Mömlingen und die Feldkahler Musikanten. Um 14 Uhr hatten wir unser Platzkonzert am Möser-Carré. Die „Bläsergruppe Bramsche“, die vor uns spielte, überzog zeitlich ein bisschen, aber ihre Stücke und vor allem ihr brasilianisches Medley kamen gut beim zahlreichen Publikum an. Wir legten gleich mit dem Marsch Kaiserin Sissi gut los. Da die pralle Sonne schien, brachten uns unsere Fans zwei Kästen mit 1-Liter-Flaschen Wasser – für jeden Musiker eine. Die Polka „Wir Musikanten“ und der ruhige Walzer „Elenis Träume“ forderten wahre Beifallsstürme. Zwei Solostücke hatten wir auch im Programm: Das „Launische Mädchen“ mit dem Tuba-Solo von Florian und die „Polka für Trompete“, gespielt von Veit. Jetzt die altbekannten Hits „Rosamunde“, „Herz-Schmerz“ und die „Vogelwiese“ mit Intro, Show und Gesang und anschließend das Prosit – die Gäste im Möser-Carré (vor allem unsere Freunde aus Mömlingen und Waldaschaff) waren begeistert! Zum Schluss noch unser Heimatlied, der „Spessartmarsch“. Wir genießen das Lob, wissen aber unseren Auftritt gut einzuschätzen: ein paar Nervositäts-Wackler waren schon dabei. Sei’s drum, es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir hörten noch der nachfolgenden Kapelle aus Suhl in Thüringen zu – auch ihnen gelang ein hervorragender Aufritt. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, Musikkapellen bei Marschmusikwettbewerben anzusehen, zur Musikmesse in die Osnabrück-Halle zu gehen oder abends das große Open-Air mit der Big Band der Bundeswehr anzuschauen. Immer wieder sah man fröhliche Edelweiß-Musiker durch die Stadt laufen, auf der Suche nach der nächsten Musikattraktion.

 

 

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der großen Abschlussveranstaltung am Domhof. Nach dem Auschecken gab es ein gemeinsames Mittagessen im Brauhaus Rampendhal – einem urigen Restaurant, in dem es selbstgebrautes Bier gab. Während des Essens musste jemand noch etwas aus dem Bus holen, den Marco vorher „unbewusst“ ins Halteverbot stellte. Unten wartete schon jemand von der Stadt, der uns zurechtwies – der Bus muss hier weg. Also holten wir alle schon um 14 Uhr unsere Instrumente und gingen die paar Meter zum Domhof, wo eine Stunde später das große Gemeinschaftskonzert aller Musikkapellen, Spielmannszüge und Musikgruppierungen stattfand. In der Probe um 14:30 Uhr merkte man aber deutlich, dass alle konzentriert sein mussten – die Probe war wirklich notwendig. Da es technische Probleme gab, konnte der Dirigent auch nicht auf den großen Monitor hinter sich projiziert werden, weswegen Norbert für unsere Musikkapelle den Co-Dirigenten spielen musste. Um 15 Uhr begann das offizielle Konzert mit anschließendem Festzug und Live-Übertragung im NDR. Beim Konzert gab es für die Teilnehmer Wasser in Kanistern. Unser Stefan kaufte zwei gekühlte 1-Liter-Flaschen Wasser für 24€ - ein sehr stolzer Preis!

 

Nach den Festreden begann der Festzug. Unser Zugführer Claus bekam kurz vor den Start noch die Instruktion, dass jeweils drei Kapellen gemeinsam laufen würden und immer abwechselnd spielen sollten. Das wurde allerdings von uns nicht richtig verstanden, und wir spielten somit wesentlich mehr Stücke als wir eigentlich mussten. Am Marktplatz vor dem weltberühmten Osnabrücker Rathaus gab es extra für die NDR-Fernsehübertragung einen planmäßigen Halt. Unser Dirigent Norbert, der für Osnabrück zum großen Trommler umfunktioniert wurde, stoppte zufälligerweise direkt neben dem Weltklassetubisten und Musikbotschafter Andreas Martin Hofmeir. Kurzerhand rief Norbert ihn zu sich, gab ihm seinen Trommelschlägel und ließ ihn auch einen Marsch mittrommeln. Andreas holte dann auch noch den Oberbürgermeister von Osnabrück Wolfgang Griesert, der dann auch mal draufhauen durfte. „Die Trommel wird nie wieder gewaschen!“, bestimmte Norbert während des Festzugs nach unserem Fernseh-Auftritt.

 

 

Am Ende des Festzuges wartete Marco schon mit dem Bus auf die schwitzenden Edelweiß-Musiker, und es ging wieder zurück in die Heimat. Kurz nach Mitternacht fuhren wir in Roßbach ein; drei supertolle Tage gingen zu Ende. Ein großes Dankeschön an alle, die das Musikfest durchgeführt haben und auch an unsere Verantwortlichen, die den Mut und die Ausdauer hatten, uns nach Osnabrück zu führen!

 

Veit Langeheine

 

 

veröffentlicht am: 24.06.2019

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