Freek Mestrini zu Gast beim Musikverein Germania in Bürgstadt

Blasmusik vom Feinsten erwartete die Besucher am 12. Oktober im Bürgerzentrum Mittelmühle in Bürgstadt. Dem Musikverein Germania Bürgstadt e.V. war es mit Freek Mestrini gelungen, für dieses Herbstkonzert einen herausragenden Experten für Blasmusik zu gewinnen. Freek Mestrini, der holländische Musiker und Komponist, wurde in Deutschland als erster Flügelhornist mit „Ernst Mosch und und seine Egerländer Musikanten“ bekannt. Über 20 Jahre feierte er mit Ernst Mosch große Erfolge auf den Bühnen der Welt.

Marcus Greim, der Dirigent des Musikverein Germania Bürgstadt e.V., hatte in den Monaten zuvor die von Freek Mestrini zur Aufführung vorgeschlagenen Werke mit der Kapelle vorbereitet. Diesen wurden dann im Rahmen eines Wochenend-Workshops unter der Leitung von Freek Mestrini der letzte Feinschliff erteilt. So wie Freek Mestrini mit seiner direkten und mitreißenden Art die Musiker und Musikerinnen des Bürgstadter Musikvereins begeistert hatte, hat er dann auch die Konzertbesucher mitgerissen. Als besonderes Highlight übernahm Freek Mestrini beim abschließenden Konzert selbst den Taktstock und die Programmführung.

Aufmerksam und mit sichtbarer Spielfreude folgte das in allen Registern ausgewogen besetzte Orchester Freek Mestrini. Auch den Zuhörern entging nicht, wie engagiert und mitreißend der intensiv mitgehende Gastdirigent für eine souveräne Interaktion mit den Musikern sorgte.

Als stimmungsvollen Einstieg erklang der slowakische Konzertmarsch „Textilaku“, arrangiert von Walter Tuschla. Ein weiteres Zeichen wurde mit der mächtigen „Concert Intrade“ des Schweizer Komponisten Ivo Huonder gesetzt, welches vor allem durch seinen prächtigen Mittelteil beeindruckte.

Beim darauffolgenden Stück „Mood Romantic“von Johan Nijs, arrangiert von Freek Mestrini, konnten sich die Zuhörer bei schönen Modulationen von Saxophon und dem Orchester zurücklehnen.

Danach beeindruckte das Orchester überzeugend bei „Ross Roy“ einem Werk aus der Feder des bekannten holländischen Komponisten Jacob de Haan. Hier waren alle Register gefordert, inklusive der Altsaxophonistin Barbara Mai, die ein klangvolles Solo zu dem gelungenen Werk beitrug.

Ein Glanzpunkt des Konzertes war zweifelsohne das klassische Werk „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ aus der Oper Tannhäuser von Richard Wagner, in einem Arrangement von Franz Watz.

Der erste Teil des Konzertes fand seinen Abschluss mit Andrew Lloyd Webber: „Selections from Starlight Express“, arrangiert von Jerry Nowak. Bei diesem Stück, in dem der Trompeter Sebastian Paulus mit seinem Solo glänzte, übernahm Dirigent Marcus Greim die Stabführung.

Der Auftakt zum zweiten Konzertteil war dann böhmisch-mährisch geprägt: mit den Polkas „Die Dorfmusikanten kommen“ und „Daheim in Böhmen“ (eine böhmische Polka mit mährischem Einschlag), beide aus der Feder von Freek Mestrini.

Mit dem „Beguine Festival“, zusammengestellt und bearbeitet von Freek Mestrini und Eno da Rold, ging der Musikverein Germania dann auf Nostalgie-Tour. Ohrwürmer wie „Spiel noch einmal für mich“ oder „Seemann lass das Träumen“ konnten sich die Zuhörer in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen. Wiener Tratsch war deutlich hörber bei Freek Mestrinis Traditionswalzer „Im Tannenwald“ nach einem Arrangement von Dieter Mangold. Wer sonst als Freek Mestrini hätte diesen Walzer so einstudieren können? Die böhmischen Polka „In der Musikscheune“ von Freek Mestrini erklang nicht nur in musikalischer Form, hier bekam das Publikum aus erster Hand die Entstehungsgeschichte dieser Polka durch Freek Mestrini erzählt.

Das offizielle Programm wurde beendet mit dem russischen Konzertmarsch „Unser Kommandant“ von Metod Prikyl, arrangiert von Toni Müller. Ein begeistertes Publikum und lang anhaltender Applaus entlockte dem Musikverein Germania noch den „Bozner Bergsteiger-Marsch“ von Sepp Tanzer, bei dem die Musikerinnen und Musiker auch eine Gesangseinlage nicht scheuten und die Borsická-Polka von Josef Repa, arrangiert von Freek Mestrini. Damit endete in Bürgstadt ein Konzert der besonderen Art. Für die Zuhörer war es besonders, Werke zu hören, die unter der Federführung des Komponisten bzw. Arrangeurs derer zur Aufführung kamen. In der Weise interpretiert, wie es dem Komponisten originär entsprang.

Für die Musikerinnen und Musiker war es besonders, weil Sie in dem voran gegangenen Workshop einen leidenschaftlichen Freek Mestrini erleben durften und dabei fruchtbare Anregungen mit auf den musikalischen Weg bekamen.

veröffentlicht am: 02.11.2008

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