Mit der kommerziellen Volkstümelei in der Fernsehlandschaft hat der freischaffende Musikpädagoge, Komponist und Arrangeur Franz Watz nichts zu tun. Ehrliche, originale Blasmusik – das ist sein Anliegen. Geblasene Musik, nicht nur traditionelle, steht immer im Vordergrund seines Schaffens, ob als Komponist oder Dirigent. Das hat er am Sonntag beim Abschlusskonzert seines Workshops in der Krausenbacher Dammbachtalhalle bewiesen. Blasorchester sind besser als ihr Ruf: Blasmusik sei nur "Dicke-Backe-Musik".
Zu Beginn des Konzertes spielte Franz Watz mit dem Projekt-Orchester seinen zünftigen Marsch "Ad multos annos". "Auf viele Jahre" ... hinweg soll es weitergehen. Eine musikalische Anspielung auf seine 10jährige Tätigkeit für den Musikverband Untermain. In dem Choral "Wenn man gute Freunde hat" verarbeitete er seine Verbundenheit mit dem Verband auf festliche Weise. Schwungvoll und mit einer positiven Betrachtungsweise kam mit der Polka "Mein Sohn" daher. Komponiert von einem jungen Vater, bearbeitete Franz Watz die Polka zu einem wunderbaren Klangerlebnis. Das Spiel mit den Klängen ist charakteristisch für Franz Watz. Auch in seiner Polka "Wenn Janka tanzt", nutzt er alle Register eines Blasorchesters um das sprühende Temperament der leichtfüßigen Janka zu veranschaulichen.
Das Projekt-Orchester mit seinen 66 Teilnehmern, wohlgemerkt sehr viele junge MusikerInnen waren darunter, demonstrierte mit der Erstaufführung "Zauber im Walzertakt", seine außergewöhnliche Erfahrung. Bei der Gestaltung des Walzers nahm es sich, angeleitet durch den Dirigenten, alle künstlerische Freiheiten, Rhythmus und Melodie in aller Ruhe zu verbinden. Franz Watz hat auch den bekannten Marsch "Tiroler Holzhackerbuam" neu arrangiert. Dabei nutzte er wieder sämtliche Klangfarben und Register eines Orchesters um z. B. den banalen Echoeffekt aufzuwerten.
Franz Watz komponierte im Jahr 1982, anlässlich der Geburt seiner Tochter Heidrun, seine wohl bekannteste Polka, die "Heidrun Polka". Zum 25. Geburtstag seiner Tochter schrieb er die temperamentvolle Polka "Wenn Heidrun erzählt". Mit dieser Komposition umschreibt Watz das Heranwachsen seiner Tochter und deren sprachlichen Ausflüge. Wieder benutzt er meisterlich die Ausdrucksfähigkeit eines Blasorchesters um die verschiedenen Lebenssituationen seiner Tochter darzustellen.
Tradition und Moderne sind vereinbar! Mit "It's Time For Swing" bewiesen die Musiker und ihr Dirigent, dass viele stilistische Elemente im Swing und der böhmischen Blasmusik identisch sind. Ein Anliegen von Franz Watz ist, dass auch Swing-Musik in den Blasorchestern gespielt wird, denn die Leichtigkeit des Swings überträgt sich auch auf die Blasmusik.
Die begeisterten Zuhörer unterstützten das Orchester immer wieder mit viel Applaus und belohnten die BläserInnen und Franz Watz für ihre stimmungsvollen Darbietungen. Ein unbeschwerter Nachmittag mit Blasmusik ging zu Ende und machte Appetit auf mehr.
veröffentlicht am: 27.01.2008
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