Blasmusik-Gala des Musikvereins Laudenbach mit Gaststar Bob Lanese

Startrompeter im Rausch der Töne

Blasmusik-Gala des Musikvereins Laudenbach mit Gaststar Bob Lanese

Kreis Miltenberg. Die Erinnerung und Liebe zur verlorenen Heimat hat tiefe kulturelle Wurzeln. Dazu gehört auch die böhmische Blasmusik mit ihrem hohen Stellenwert. Ernst Mosch und die Egerländer Musikanten werden besonders den Sudetendeutschen in hohem Ansehen und dankbarem Gedenken bleiben. An dieses kulturelle Erbe hat der Laudenbacher Musikvereins »Harmonie« mit einem großartigen Auftritt im Kleinheubacher Hofgarten erinnert. Erich Rachor und sein Orchester glänzten mit unvergessenen Stücken, wie »Egerländer Musikantenmarsch«, »Böhmischer Wind«, »Wir sind Kinder von der Eger« und dem »Falkenauer Marsch«, die alle aus der Feder von Ernst Mosch stammen. Da vereinigten sich herzlicher Beifall und Rührung im ersten Teil der Blasmusik-Gala. Wer hörte sie nicht gern: Die »Zwei Strawanzer« oder die flotte »Fuchsgrabenpolka«, die bei manchem Wehmut auslöste. Der Leiter der Erlenbacher Musikschule hat jedenfalls seine Laudenbacher Musikanten fest im Griff. Intonation und Homogenität stimmten.

Der Programmmix konnte ebenfalls gefallen. »What A Wonderful World« und das Gospel »Oh Happy Day« waren mit dem Solotrompeter Bob Lanese Glanzpunkte. Rachors Kontakte haben den Auftritt des amerikanischen Jazzmusikers erst möglich gemacht, der auch als Bandleader eine gute Figur abgab.
Das gefällige Gesangs-Duo Karin Börner und Manfred Ott interpretierte die Egerländer Heimatweisen sehr stimmig, konnte sich jedoch gegenüber dem Orchester nicht immer durchsetzen.

Welch exzellente Solisten sich unter den Laudenbachern befinden, zeigte vor allem die herrliche Zugabe »Dobs Boogie« in Anlehnung an den bedeutenden Unterhaltungskomponisten Walter Dobschinski, der kurz nach dem Krieg in Berlin wirkte. Das Trompeterquartett Stephan Frosch, Klaus Frosch, Stephan Braunwarth und Bob Lanese legte einen fetzigen Boogie hin, der die Leute von den Sitzen riss. Saxophonist Tobias Schwarzer verstärkte noch die Vier.

Der zweite Teil des Abends bestand ohnehin nur aus musikalischen Glanzstücken, fast alle arrangiert von Erich Rachor. Angefangen mit dem St. Louis Blues und Tobias Schwarzer, Saxophon-Solo, über »Petite Fleur« mit dem feinen, sublimen Klarinetten-Solo von Hermann Frieß, »Summertime« (Gershwin) und »Tequila« (Chuck Rio) mit Startrompeter Bob Lanese. Der Rausch der Töne hielt mit »Just The Way You Are« (Billy Joel), »Night And Day« (Cole Porter) und dem wunderbaren Oldie »New York, New York« an. Immer wieder war es insbesondere Bob Lanese mit seinen zündenden Trompeten-Soli, der das begeisterte Auditorium mitriss.

Wolfgang Tulaszewski, Bote vom Untermain vom 03. April 2007

veröffentlicht am: 03.04.2007

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