Beim Konzert des Roßbacher Musikvereins schöpfen die Bläser alle Möglichkeiten aus

„Dicke Backen” und „Große Ohren” 

Wie vielfältig Blasmusik sein kann, wurde am Samstag, 8. März im Roßbacher Pfarrheim beim Frühjahrskonzert des Musikvereins „Edelweiß” demonstriert.Mit der sinfonischen Ouvertüre „Slovenia” von Alfred Bösendorfer präsentierte die Gastkapelle „Harmonie” aus Hausen unter dem Taktstock von Christian Büttner ein fulminantes Intro. Von Blechbläsern dominierte Elemente der getragenen Art wechselten sich mit rasanten Taktfolgen ab, die dann wieder in eine tänzerische Melodie flossen oder eine träumerische Nuance erhielten. Mit der Interpretation von Musicalmelodien aus „Jesus Christ Superstar” von Andrew Lloyd Webber machte der Musikverein seinem Namen „Harmonie” alle Ehre. Die mit Pauken und Trompeten eingeleitete Titelmelodie führte in ein Medley der bekanntesten Musicalstücke.

Mit Leidenschaft interpretierte die Kapelle mit „Music” eine Hommage an John Miles, und beendete damit ihren Ausflug in die Pop-Musik, um sich dem „klassischen” Blasmusik-Repertoire zu widmen. Dazu dienten Kompositionen ihres verstorbenen ehemaligen Dirigenten Reinhold Büttner. Im Stil von Slavko Avsenik und seinen original Oberkrainern intonierten sie zünftige Blasmusik. Ob im Dreivierteltakt, als Polka oder Marsch, hier wurde die viel zitierte „Dicke-Backen-Musik” in ihrer besten Form geboten.

Nach der Pause war der Roßbacher Musikverein an der Reihe, die Gäste mit konzertanter Blasmusik zu verwöhnen. Bereits mit dem ersten Stück, „Arsenal", einem Konzertmarsch von Jan van der Roost, zeigten sich die Musiker als Meister ihres Fachs. Die Frische und Dynamik dieses Stücks wurde mit Klarinettentrillern untermauert. Wunderbar der Dialog der Flöten mit diesen Instrumenten.

Eine besonderer Genuss war die Interpretation von Kurt Gäbles Komposition „Celtic Flutes”, wobei die beiden Flötistinnen Romy Ehser und Carmen Höffgen als Solistinnen eine Glanzleistung vollbrachten.

Die Musik ließ plätschernde Bächlein, grüne Wiesen und eine romantische Landschaft vor dem geistigen Auge erblühen. In einem Arrangement von Franz Watz servierte das Orchester eine Zusammenstellung deutscher Volkslieder von „Kein schöner Land” bis zur „Schwäbschen Eisebahne”.

Rock- und Blasmusik schließen einander nicht aus. „Queen in Concert”, ein Zusammenschnitt bekannter Stücke der legendären Rock-Band, hatte sinfonischen Charakter und begeisterte durch perfekte Dynamik und Rhythmik.

Bei aller Ernsthaftigkeit darf auch der Spaß nicht fehlen, hatten sich die Dirigenten Norbert Langeheine und Florian Schmitt gedacht. Mit „Manegenzauber” von Manfred Gätjens sorgten sie für Zirkusimpressionen und ein fulminantes Finale. Zierlicher Federschmuck der Tanzakrobaten, quietschbunte Clowns-Perücken, Peitschenknall beim Auftritt der Ponys, ein schwarzer Smoking nebst stilechtem Zylinder beim vornehmen Herrn Zirkusdirektor (Florian Schmitt an der Tuba), dicke Backen der Bläser und große Ohren der Elefanten – all das erinnerte bei der gelungenen und humorvollen Adaption an einen Besuch in einem Zirkuszelt.

Zum runden Gesamtbild des Abends trug auch die kurzweilige und informative Moderation von Gerhard Hofmann bei.

veröffentlicht am: 08.03.2008

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